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Das Marschmellow Journal

Leb' doch einfach jetzt

Wer kennt sie nicht diese Tests, die im Social Network zu hunderten gemacht werden können. „Welches Zitat beschreibt deinen Lebensweg“ oder „Wer sind deine beiden Bodyguards“ „Welche Farbe wärst du, wenn du eine wärst“. Jeder hat schon mal einen gemacht und das Ergebnis, sei es noch so unsinnig, gepostet.

Erst neulich sind mein Sohn und ich über den Test „An welchem Ort wurdest du in deinem vergangenen Leben geboren“, gestolpert. Mein Sohn war fasziniert von dem Gedanken über ein früheres Leben Bescheid zu wissen. Ich glaube, die meisten von uns haben sich zu diesem Thema schon einmal Gedanken gemacht. Warum eigentlich?

„Ich fände es spannend zu wissen in welcher Zeit an welchem Ort und als welche Person ich welches Leben geführt habe.“ (Niklas, 18 Jahre)

Über diese Aussage meines Sohnes musste ich schmunzeln, hat sie mich doch sehr an mich selbst erinnert. Ich war immer überzeugt, dass es ein Leben vor dem Leben gibt. Es hat mich brennend interessiert, wie viele Leben ich bereits hatte, wie und wo diese stattgefunden haben und wie ich letztendlich gestorben bin. Auf Fragen wie „Woher kommt meine unerklärliche Abneigung vor Spinnen“, oder „Warum bricht mir der Angstschweiß aus, wenn ich nur daran denke in einem See oder im Meer schwimmen zu müssen“ und für noch mehr Unerklärliches in meinem jetzigen Leben, würde sich so bestimmt eine Antwort finden lassen.  

Ich habe jede Menge Selbsterfahrungs-Seminare besucht um herauszufinden, ob ich schon jemals auf dieser Welt war. Wo habe ich gelebt? Wer bin ich gewesen? Wie bin ich gestorben? All diese Fragen verlangten eine Antwort. In der Meditation wollte ich noch genauer herausfinden, durch welche Leben ich bereits gereist bin. Wie alt ist meine Seele? Was hat sie schon alles gesehen? Manchmal waren meine Visionen glasklar und ich hatte das Gefühl, dass sich alles wie ein Puzzle zusammen fügt. Beim nächsten Mal aber war von Klarheit keine Spur mehr zu finden. Viele Jahre habe ich so mit der Erforschung meiner früheren Leben verbracht.

Auch meine Visionen konnten mir kein deutliches Bild zeigen. Alles blieb vor meinem inneren Auge verschwommen. Foto: Harli Martin

Letztendlich habe ich folgende Schlüsse daraus gezogen:

Es ist nicht wichtig zu wissen, wie viele Leben ich gelebt habe. Es ist nicht wichtig zu wissen wo diese Leben stattgefunden haben. Es ist nicht wichtig zu wissen was mir in diesen Leben widerfahren ist. Und schon gar nicht ist es wichtig zu wissen wie ich gestorben bin. Warum? Weil es für mein jetziges Leben nicht relevant ist!

Es ist nicht wichtig zu wissen wer ich war, sondern es ist wichtig zu realisieren wer ich bin. Heute. Im Hier und Jetzt. Wenn ich mich so wie ich bin akzeptieren und lieben kann, ist es vollkommen gleichgültig, wer ich in vergangenen Leben einmal war. Alle Erfahrungen, die ich als Seele auf meinem Weg gemacht habe sind in mir und machen mich zu dem Menschen, der ich heute bin. Die Liebe zu mir selbst lässt mich mit meinem jetzigen Leben, so wie es ist, zufrieden sein. Ich benötige kein Wissen über meine vergangenen Leben.

Meine lange Suche endete im Hier und Jetzt, heute genieße ich mein Leben einfach. Foto: unsplash

„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo alles stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und nenne es Bewusstsein.“

Charly Chaplin

Dies könnten auch meine Worte sein. Sich dem täglichen Leben stellen, all seine Herausforderungen annehmen, die täglichen Erfahrungen nutzen. Das macht das Leben zu dem was es ist – ein Geschenk.


„Gibt es nun das Leben vor dem Leben?“, so die abschließende Frage meines Sohnes. Davon bin ich nach wie vor überzeugt. Ich glaube fest daran, dass die Seele unsterblich ist. Sie wird immer wieder inkarnieren, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln, an denen sie wachsen kann. Sie trägt alles in sich, und: sie weiß sicher auch wie viele Leben sie gelebt hat. Ob für mich als Mensch dieses Wissen nötig ist, bleibt fraglich. Ich denke heute, wenn ich es wissen müsste, wüsste ich es. Damit komme ich ganz gut klar und kann jeden Tag so leben, wie er ist. Das ist für mich wesentlich entspannter, als ständig meiner Vergangenheit hinterherzurennen.

Den bereits erwähnten Test habe ich spaßeshalber trotzdem gemacht und siehe da, was dabei herausgekommen ist:

„In Deinem vergangenen Leben hast Du in Deutschland glücklich und zufrieden gelebt. In diesem Land öffnet sich Dein Herz und Du kannst genauso sein, wie Du wirklich bist!“

Na, dann ist ja alles in Ordnung.

von Marschmellow-Blogerin: Little Running-joy
 
-Believe in yourself-